
Robert Wucher, Division Manager Technology Germany, Consumer Experiences, GfK SE, Nürnberg
MOBILE KOMMUNIKATION IN EUROPA: ERGEBNISSE AUS 9 LÄNDERN
Mobile Kommunikation wird immer wichtiger. Vor fünf Jahren noch Werkzeug für eine Minderheit, wurden allein im letzten Jahr 95 Mio. mobile Endgeräte in den 9 untersuchten Ländern abgesetzt. Das hat in mehrfacher Hinsicht Konsequenzen für die Konsumenten.
Der Alltag verändert sich mit zunehmender mobiler Vernetzung, indem mobile Geräte einen höheren Stellenwert einnehmen als etwa ein „analoger“ Geldbeutel, aber auch andere Geräte zur Organisation des Alltags ersetzen. Soziale Kontakte und der Medienkonsum verlagern sich ins Virtuelle.
Wichtigste Endgeräte sind dabei Smartphones; Tablets und Netbooks sind noch nicht so weit verbreitet und spielen bisher nur bei der bereits sehr mobilen Gruppe eine Rolle. Diese unterscheiden kaum mehr zwischen der Internetnutzung unterwegs und zu Hause, was sich bei den Orten der Internetnutzung zeigt: Die Orte werden mit zunehmender Vernetzung weniger „funktional“ und dafür öffentlicher, außerdem nimmt die Anzahl der Orte zu.
Insgesamt zählt in Europa gut jeder Zehnte zu den bereits stark mobil Vernetzten, während 4 von 10 Verbrauchern noch überhaupt nicht vernetzt sind. Regional sind die Niederlande und Großbritannien Vorreiter in Europa, die anderen Länder können hier noch aufschließen. Russland polarisiert mit dem höchsten Anteil an sehr mobil Vernetzten und gleichzeitig dem höchsten Non-Connected-Anteil. Polen hat bislang den niedrigsten Anteil an sehr mobil Vernetzten.
Differenziert nach Lebenswelten sind Jugendliche, Studierende, Junge Top und Mitte über alle Länder betrachtet besonders mobil vernetzt. Mobile Vernetzung ist also eine Frage des Alters und der Bildung bzw. des Einkommens und des Berufs. Durch den hohen Entwicklungsstand bei den jungen Lebenswelten werden sich die Unterschiede künftig jedoch mehr und mehr angleichen.
Bei allen Unterschieden je nach Ausprägung der mobilen Vernetzung gibt es auch gemeinsame Grundbedürfnisse: Die Datensicherheit bei der Internetnutzung wie auch bei der Online-Speicherung gehört ebenso dazu wie das Bedürfnis nach Auszeiten bei der Erreichbarkeit.
Für Industrie, Dienstleistungen, Handel und Medien impliziert die mobile Evolution in Europa unter anderem, das Grundbedürfnis nach Sicherheit zu bedienen und das Bedürfnis nach Auszeiten zu respektieren. Darüber hinaus gilt es Organisationen, Marken und Produkte „fit“ für das mobile digitale Zeitalter machen.