Peter Zühlsdorff

Peter Zühlsdorff
Präsident des GfK Vereins

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Gegensatz zu meiner sonstigen Gewohnheit, es langsam angehen zu lassen, bin ich heute der “master of the ceremony” und muss in Zeitkategorien denken. Meine Damen und Herren, ich begrüße Sie sehr herzlich. Es ist mir eine Freude, Sie einmal mehr bei unserer Jahrestagung im Namen des Präsidiums des Vereins und auch im Namen des Vorstandes der GfK AG sehr herzlich begrüßen zu dürfen. Die vielen prominenten Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft werden mir es nachsehen, wenn ich sie nicht einzeln begrüßen kann und so mehr Zeit unserem Thema selbst zukommen lasse. Sehr herzlich möchte ich mich auch bei den anwesenden Journalisten bedanken für das große Interesse und die faire und objektive Begleitung in den zurückliegenden zwölf Monaten. Herzlichen Dank und willkommen hier.

John F. Kennedy hat einmal gesagt, “wenn der Wasserspiegel steigt, geht es sowohl für große, also auch für kleine Schiffe nach oben.” Nun, der Wasserspiegel in der Wirtschaft steigt zur Zeit gerade nicht. Was steigt, ist die Angst vor Arbeitslosigkeit, was steigt ist die Angst vor Orientierungslosigkeit. Im Juni 2001 nannten noch 59% der Befragten die Arbeitslosigkeit als eine der dringendsten Aufgaben, die zu lösen sind, ein Jahr später, ganz aktuell, sind es 76%. Da kann es nicht erstaunen, dass der private Verbrauch im Keller ist, dass Konsumklima und Anschaffungsneigung auch für die überschaubare Zukunft keine Änderung erwarten lassen.

Ich denke, es ist die ganz große Zeit für Marktinformationen, für Verbraucherinformationen, zu wissen: Was empfindet der Verbraucher? Wohin geht er? Was sind seine Bedürfnisse? Was sind seine Ängste? Möglicherweise befinden wir uns sogar an einer Bruchstelle eines Paradigmenwechsels. Wir sehen auf der einen Seite die Globalisierung. Auf der anderen Seite sind die USA als einzige verbliebene Weltmacht, betroffen von dem Ereignis vom 11. September, derzeit dabei, sich in eine “splendid isolation” zu begeben. Wir haben den Euro, der die Dinge hier bei uns auf dem alten Kontinent beeinflusst. Denken Sie nur an die erdrutschartige Veränderung in der politischen Szene in Frankreich. Wir erleben wieder eine Polarisierung des Wohlstandes und der Armut. Dies sind alles Dinge, die unsere Welt ganz offenbar maßgeblich beeinflussen. Ich denke, gerade in diesen Zeiten ist es von außerordentlicher Bedeutung, Gefühl dafür zu entwickeln, wohin unsere Gesellschaft geht, was die Bedürfnisse der Menschen sind. Lassen Sie mich zur Marktforschung sagen: Marktforschung ist Orientierung, ist Hilfe bei der Suche nach dem richtigen Weg, aber Marktforschung kann natürlich Unternehmertum nicht ablösen.

Es gibt auch in dieser schwierigen Situation Unternehmen, denen es gelingt, für ihre Marken signifikantes Wachstum zu erzeugen. Was machen diese Firmen anders, wie schaffen sie es, zu Marktführern zu werden? Das ist eine spannende, manchmal eine geradezu existentielle Frage. Wir gehen dieser Frage nach mit einer Umfrage, einem Blick in unsere Datenbanken und vor allem mit hervorragenden Referenten. Herr Thomas Bachl, Geschäftsführer der GfK Panel Services, wird uns zeigen, welche Promotions kurz- und langfristig, welche für den Handel und welche für den Hersteller, erfolgreich sind. Gelungene Innovationen sind ein Schlüssel zu Erfolg und Wachstum. Mit Herrn Prof. Dr. Lothar Späth, Ministerpräsident a.D. und Vorsitzender des Vorstandes der Jenoptik und jetzt auch Mitglied des Kompetenzteams der CDU/CSU-Wahlplattform, wird der Fachmann für Innovation schlechthin zu uns sprechen. Dann wird uns Herr Prof. Dr. Hermann Diller, Ordinarius an der Universität Erlangen-Nürnberg, über Preisspielräume und die Einflussgrößen für Zahlungsbereitschaften informieren. Abschließend wird Herr Dr. Rolf Kunisch, Vorsitzender des Vorstandes der Beiersdorf AG, aufzeigen, wie Markenmanagement gelingen kann. Ich denke, es gibt in diesem Lande kaum einen Berufeneren als Herrn Dr. Kunisch zu diesem Thema. Ein herzliches Willkommen an die Referenten, wir freuen uns schon auf Ihre Ausführungen!

Lassen Sie mich jetzt, bevor ich an Herrn Bachl das Wort übergebe, noch einige technische Fragen klären. Zunächst zum Thema Fußball, das bewegt nunmal einen nicht unwesentlichen Teil unseres Landes. Die Engländer sind durch einen 2:1 Sieg der Brasilianer ausgeschieden und wir sind hier in der GfK darauf vorbereitet, Sie um 13.30 Uhr beim gemeinsamen Mittagessen durch unmittelbare Fernsehübertragung des deutschen Spiels zu unterhalten. Von dorther kommt auch der heutige Zeitdruck, den wir uns selbst auferlegt haben. Wir haben uns mit den Referenten auf Zeitdisziplin verständigt. Wir wollen bis 13.00 Uhr mit den Referaten durch sein und in diesem Sinne bitte ich jetzt Herrn Bachl auf die Bühne. Herzlichen Dank nochmal, dass Sie erneut unserer Einladung gefolgt sind. Wir freuen uns auf das Zusammensein mit Ihnen und ich übergebe nun das Wort an Herrn Bachl.